Conférence de Budapest
vendredi 20 juin 2008 — Dernier ajout mardi 26 août 2008

Projets en Tchéquie

Umriss und Perspektiven des tschechischen Humanisten-Projektes Marta Vaculinova (Nationalmuseum Prag)

  Das tschechische Humanisten-Projekt sollte auf zwei Linien verlaufen - in der ersten Linie werden die in Böhmen lebenden Humanisten behandelt, in der zweiten die im Ausland wirkenden böhmischen Gelehrten. Vorläufig wird noch mit einem separaten Band gerechnet, der die sogenannten "biblischen Humanisten" in den böhmischen Ländern samt deren Werke auflisten sollte.

  Für die Humanisten und humanistisch gebildete Drucker, die an der Schwelle des 15. und 16. Jahrhunderts in Böhmen tätig waren (wie Gregorius Gelenius oder Mikuláš Konáč), ist bei der Antikerezeption charakteristisch die Orientierung auf die tschechische Sprache. Es entstehen mehrere Übersetzungen der antiken, spätantiken und auch gegenwärtigen humanistischen Autoren ins Tschechische mit Einleitungen, in denen das Problem der Übersetzungsmöglichkeiten diskutiert wird. Humanisten folgender Generation (der Humanistenkreis um Ioannes Hodieovinus) erarbeiten unter dem Einfluss der melanchthonischen Pädagogik kommentierte Ausgaben der zum Zweck der lateinischen Bildung dienenden Autoren (Cicero, Terentius u. a.). Der dritten Generation, den Humanisten lebenden in der Zeit vor der Schlacht am Weißen Berge, ist bisher weniger Aufmerksamkeit geschenkt worden. Sie pflegten genauso Kommentare zu den antiken Autoren zu schreiben sowie auch die Übersetzungen ins Tschechische und zwar aus der lateinischen und zunehmend auch aus der griechischen Sprache. Noch weniger ist das Leben und Werk derjenigen Humanisten, die im Ausland wirkten, erforscht. Von denen verdient die größte Aufmerksamkeit die Person des in der Froben-Druckerei tätigen Philologen Sigismundus Gelenius.

  Für die Planung und Bearbeitung des tschechischen Humanisten-Projektes bildete sich vor kurzem in Prag unter Leitung von Dr. Filip Karfik ein Team von Wissenschaftlern verschiedener Fachorientierungen (klassische Philologen, Buchwissenschaftler, Theologen, Philosophen und Historiker).

  Zwei Linien des tschechischen Humanisten-Projektes :

1. In Tschechien wirkende Humanisten 1. 1. tschechische Drucker und Übersetzer am Anfang des 16. Jahrhunderts ( Mikuláš Konáč, Oldřich Velenský aus Mnichov, die Drucker der Severin-Werkstatt, Řehoř Hrubý von Jelení - Gregorius Gelenius, Václav Písecký - Wenceslaus Piscensis, Mikuláš Bakalář, Jan Mantuan Fencl). Band 1 : Autoren : Kamil Boldan, Petr Voit u. a. 1. 2. Die Humanisten des Hoddieovinus Kreises um die Mitte des 16. Jahrhunderts (Johannes Dubravius, Paulus Aquilinas, Sebastianus Aerichalcus, Petrus Codicillus, Matthaeus Collinus, Troianus Nigellus). Band 2 : Autoren : Lucie Storchová, Petr Voit u. a. 1. 3. Die Professoren der Karlsuniversität als Pädagogen und Editoren an der Schwelle des 16. und 17. Jahrhunderts. Als terminus ad quem wurde der Antritt von Rudolf II. auf den böhmischen Thron gesetzt, um die große Menge der Gelehrten und Werke vorläufig zu beschränken.

2. Die tschechischen im Ausland wirkenden Humanisten 2. 1. Die Humanisten am Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhundert (Honorius Cubitensis, Paulus Niavis, Matthaeus Aurogallus). 2. 2. Sigismundus Gelenius - Zikmund Hrubý z Jelení (1497 in Prag ; † 1554 in Basel) 2. 3. spätere im Ausland lebende tschechische Humanisten (Armandus Polanus von Polansdorf, Jacobus Pontanus (Spannmüller), eventuell auch spätere Exulanten, wie z. B. Johannes Amos Comenius.

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